Chancengleichheit von Frauen und Männern etablieren

Frauen sind heute genauso gut, oftmals sogar besser ausgebildet als Männer. Doch während viele Männer zwischen 30 und 40 zwei, drei Karrierestufen auf einmal nehmen, machen Frauen in dieser Lebensphase oft zwei, drei Jobs auf einmal: Teilzeitstelle, Kindererziehung und Haushalt. Oftmals sind es die Strukturen unserer Arbeitswelt, die solche Rollenmuster erzwingen. Das halte ich für eine der Hauptursachen dafür, dass Frauen im Top-Management, in Vorständen und in Aufsichtsräten immer noch Ausnahmeerscheinungen sind. Von fairen Chancen für Frauen in der Arbeitswelt kann keine Rede sein, solange familiäre Aufgaben dort als Handicap gelten und Teilzeitarbeit aufs berufliche Abstellgleis führt. Übrigens auch nicht von fairen Chancen für Männer, die bereit sind, mehr familiäre Verantwortung zuhause zu übernehmen: Denn auch sie disqualifizieren sich damit häufig für höhere Aufgaben in einem familienfeindlichen Arbeitsumfeld.

Frauen (und auch Männer), die Zeit für Familie und faire Chancen auf Karriere haben wollen, brauchen nicht in erster Linie starre, gesetzlich vorgeschriebene Einheitsquoten. Sie brauchen vor allem Partner. Damit meine ich nicht nur Lebenspartner, die bereit sind, gemeinsam Fürsorgeaufgaben in der Familie zu übernehmen. Damit meine ich auch Unternehmen, die mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen dafür sorgen, dass eine Auszeit nach der Geburt oder vorübergehende Teilzeitarbeit keinen Mitarbeiter – ob weiblich oder männlich – ins berufliche Abseits katapultiert. Aus diesem Grund fördert das Bundesfamilienministerium die Entwicklung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen, etwa im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ oder der Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“. Ein verlässlicher Partner von Frauen auf dem Weg ins Top-Management ist auch der Verein TOTAL E-QUALITY. Seit vielen Jahren bereits setzt sich TOTAL E-QUALITY Deutschland dafür ein, Frauen in Führungspositionen zu fördern. Das TOTAL E-QUALITY-Prädikat ist das einzige Prädikat, das darauf zielt, Chancengleichheit von Frauen und Männern im Erwerbsleben zu etablieren und dauerhaft zu verankern. Damit unterstützt das Prädikat unsere politischen Aktivitäten und Maßnahmen im Rahmen des Stufenplans „Mehr Frauen – mehr Vielfalt in Führungspositionen“. Die meisten Unternehmen bestätigen dem Prädikat eine positive Wirkung: Die Auseinandersetzung mit den Bewerbungsverfahren stößt interne Verbesserungsvorschläge an und erhöht bei den Mitarbeitenden die Wertschätzung für das eigene Unternehmen. Dies belegt auch eine Machbarkeitsstudie, die mein Haus zur Weiterentwicklung des Prädikats gefördert hat.

Die Träger des TOTAL E-QUALITY-Prädikats sind Vorbilder in unserer Wirtschaft und unseren Wissenseinrichtungen. Sie haben erkannt, dass faire Chancen von Frauen und Männern ein Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit sind. Ich bin sicher: Dieses Engagement wird sich auch in Form von Vorteilen im Wettbewerb auszahlen.

Dr. Kristina Schröder
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Prädikatsträger

Für beispielhaftes Handeln im Sinne einer an Chancengleichheit ausgerichteten Personalführung vergibt der Verein jährlich das TOTAL E-QUALITY Prädikat. Alle Prädikatsträger mit einem aktuell gültigen Prädikat finden Sie hier.

 


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